Aktuelle Ausstellungen

 Vorträge

Für Studenten

 Ausstellungen:

 


Mai 2018

Datum steht noch nicht fest

 

 

Kunstverein Lippstadt

in den neuen Räumen

Rainer Plum
Laserinstallation, Skulpturen, Zeichnungen

 http://www.kunstverein-lippstadt.de


 

 Vorträge:

 
 

 

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Lehrveranstaltung Studium im Alter

WWU Münster

   
 



12.10.17- 01.02.2018


Weihnachtsferien sind vom 27.12.2017 bis 05.01.2018





















Domplatz 20, F 5

Beginn: 12.04.2018





 

EINZELN - Porträts im 19. und 20. Jahrhundert

Vorlesung
donnerstags 16.15 - 17.45 h

Die Goethezeit und das 19. Jahrhundert waren Blütezeiten des repräsentativen fürstlichen und vor allem bürgerlichen Porträts. Zugleich lösten einige Künstler das Bildnis aus den überlieferten Kontexten. Jacques-Louis David isolierte einzelne Personen vor neutralem Hintergrund. Der Realist Gustave Courbet inszenierte seine eigene Person innerhalb einer „realen Allegorie“ – eigentlich ein Widerspruch in sich selbst. Edouard Manets Bildnisse changieren auf faszinierende wie irritierende Weise zwischen Modell und Person und zwischen Moment und Allegorie. Die Vorlesung bietet damit auch eine vertiefende Einführung in die Ausstellungen „Edouard Manet“ im Wuppertaler Von der Heydt-Museum (24.10-25.2.) und „Der böse Expressionismus. Trauma und Tabu“ in der Kunsthalle Bielefeld (11.11.-11.3.).

Einige Künstler vor und nach 1900 wie Vincent van Gogh, Edvard Munch, Egon Schiele oder Ernst Ludwig Kirchner blicken weniger auf die Oberfläche der Person als in ihr bewegtes und zerrissenes Inneres. Paul Cézanne, Pablo Picasso und Henri Matisse errichten mit Linien, Farben und Formen eine „Harmonie parallel zur Natur“ (Cézanne) oder eine Übersetzung von „Gegebenheiten der Natur in den Eigenbereich der Kunst“ (Matisse). Bei Max Beckmann oder Otto Dix wird die individuelle Person nicht als Einheit aufgefasst, sondern als Konglomerat von Widersprüchen. Wir gehen der Frage nach, ob Spuren des Individuums auch im Surrealismus und in der europäischen und amerikanischen Abstraktion zu finden sind. Alberto Giacometti hat Porträtbüsten modelliert, nah und doch vom Blick unerreichbar. Porträts tauchen auch im Werk von Francis Bacon, Andy Warhol, Gerhard Richter und Luc Tuymans auf – ohne den traditionellen Erwartungen zu entsprechen. Die Frage nach dem Porträt im 19. Und 20. Jahrhundert wird damit zur Frage nach dem wechselnden und unabgesicherten Selbstverständnis des Individuums.

ppt-Präsentation: einzeln

 

Moderne Kunst und aktives Sehen. Sensomotorik vom Jugendstil bis zur Minimal Art  

Vorlesung
donnerstags 16.15 - 17.45 h

Beim traditionellen Gemälde richtete sich der Betrachter frontal auf eine optische Erscheinung. Sie wurde durch einen Rahmen vom realen Raum abgetrennt. In der Moderne wird die starre Frontalität durch vielfältig bewegte Einstellungen des Betrachters ersetzt, die sich auch mit Impulsen körperlicher Aktivität verbinden.

Die Vorlesung bietet eine Einführung in Prozesse „aktiven“ Sehens, die von modernen Werken hervorgerufen werden. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts spricht man von einem „tastenden Sehen“. In den geschwungenen Linien des Jugendstils verfolgt man „dynamogene“ und „inhibitorische“ Kräfte, die der Betrachter durch „Einfühlung“ mitvollzieht. Im Expressionismus, Kubismus und Futurismus „wandert“ und stürzt der Blick durch polyfokale Räume. August Macke und Paul Klee beschäftigten sich mit Bewegungen des Augapfels und der wandernden Aufmerksamkeit und griffen Anregungen der damaligen Wahrnehmungspsychologie auf. Die Grenzen zu Tanz, Film und Musik wurden fließend.

Auch im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts wirken in der bildenden Kunst visuelle Eindrücke mit körperlich-motorischen Impulsen zusammen – etwa bei Matisse, Duchamp, Hans Hofmann („push and pull“), Jackson Pollock oder Frank Stella. Die Formen „steigen“ aus dem flachen Bild in den realen Raum „aus“. Der Betrachter bewegt sich zwischen Objekten und Installationen. Minimal und Concept Art gehen bruchlos in die Kunst der Performance über. Entsprechend bestätigen Neurologie und Psychologie die engen Verbindungen zwischen Sehen und körperlicher Motorik.

 Literatur:

Erich Franz (Hg.): Freiheit der Linie. Von Obrist und dem Jugendstil zu Marc, Klee und Kirchner, Bönen: Kettler 2007; Rezension: http://www.sehepunkte.de/2008/07/14639.html

Jonathan Crary: Aufmerksamkeit. Wahrnehmung und moderne Kultur, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2002; Rezension: https://arthist.net/reviews/199

Gottfried Boehm: Die Sichtbarkeit der Zeit, Studien zum Bild in der Moderne, hg. von

Ralph Ubl, Paderborn: Wilhelm Fink 2017

Braungart, Georg: Leibhafter Sinn. Der andere Diskurs der Moderne. (= Studien zur deutschen Literatur. Bd. 130). Tübingen: Niemeyer 1995

Günther Kebeck: Bild und Betrachter. Auf der Suche nach Eindeutigkeit. Regensburg: Schnell & Steiner 2006

Heinrich Wölfflin: Kunstgeschichtliche Grundbegriffe. Das Problem der Stilentwicklung in der neueren Kunst. München: Bruckmann 1915

 

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Lehrveranstaltungen für Studenten

Kunstakademie Münster

WiSe 2017/18

Gemalte Porträts im 19. und 20. Jahrhundert

Painted portraits in the 19th and 20th centuries

 Zeit:                                   donnerstags 14:00 – 16:00 Uhr, Exkursionen am 28.10., 4.11. und 25.11.

Ort:                                    Seminarraum 1

Format:                             Seminar

Beginn:                            19.10.2017

Es können TN und LN erworben werden.

 Im 19. Jahrhundert lösten einige Künstler das Bildnis aus seinen traditionellen Bestimmungen. Courbet lud seine Selbstbildnisse mit stark emotionalen Verweisen auf. Bei Manet changieren die Dargestellten zwischen Modell und Person und zwischen momenthafter Erfassung und Allegorie. Das Bild des Individuums wird zunehmend subjektiv und widersprüchlich.

Einige Künstler vor und nach 1900 (van Gogh, Munch, Kirchner) blicken nicht auf die Oberfläche der Person, sondern in deren zerrissenes Inneres. Cézanne, Picasso und Matisse errichten mit Linien, Farben und Formen eine „Harmonie parallel zur Natur“ (Cézanne) oder eine Übersetzung von „Gegebenheiten der Natur in den Eigenbereich der Kunst“ (Matisse). Bei Beckmann oder Dix wird die individuelle Person zum Konglomerat aus Fragmenten. Porträts tauchen auch im Werk von Bacon, Warhol, Richter und Tuymans auf. Das Seminar bietet intensive Einblicke in die Kunst des 19. Und 20. Jahrhunderts und in ein unabgesichertes Selbstverständnis des Individuums.

Drei Tagesexkursionen sind notwendiger Bestandteil des Seminars. Wir studieren die Originale in Wuppertal (Ausstellung „Edouard Manet“ – zwei Exkursionen) und in Bielefeld („Der böse Expressionismus. Trauma und Tabu“).

Erwartet wird eine aktive Beteiligung an den Gesprächen. Grundlage für  einen kleinen Leistungsschein ist die Nachbearbeitung einer Doppelstunde. Für einen großen Leistungsnachweis sollten 2–3 Werke (aus der PPP oder von den Exkursionen) nach eigener Wahl (in Absprache) verglichen werden. 

ppt-Präsentation: WS2017/18: einzeln

Seminarplan download

Kontakt: franz.roxel@web.de   Sprechstunde Donnerstag 13.30 h nach Anmeldung

 

19.10.

Das Porträt: Voraussetzungen

26.10.

Jacques-Louis David

Samstag, 28.10.

Exkursion nach Wuppertal, Von der Heydt-Museum, Ausst. „Edouard Manet“: Empfohlene Abfahrt MS Hbf. 8:34 Uhr Treffen 10.30 Uhr an der Museumskasse, Dauer bis 16.30 Uhr (1 Std. Mittagspause). Empfohlene Rückfahrt Wppt. Hbf. 16:56 Uhr, MS 18:22 h

2.11

Courbet, Manet

4.11.entfällt

Exkursion nach Wuppertal, entfällt!

9.11.

Manet

16.11.

van Gogh

23.11.

E. L. Kirchner

25.11.

Exkursion nach Bielefeld, Kunsthalle, Ausst.Der böse Expressionismus Trauma und Tabu“: Empfohlene Abfahrt MS Hbf. 9:10 Uhr Treffen 11.00 Uhr an der Museumskasse, Dauer bis 16.30 Uhr (1 Std. Mittagspause). Empfohlene Rückfahrt BI 17:10 Uhr, MS 18:32 h

30.11.

Cézanne

7.12.

Picasso

14.12.

Beckmann, Dix

11.1.

Warhol, Richter

18.1.

Kippenberger, Tuymans

Literatur:

Barbara Wittmann: Gesichter geben. Edouard Manet und die Poetik des Porträts. München: Wilhelm Fink Verlag 2004

Stefan Borchardt: Heldendarsteller. Gustave Courbet, Éduard Manet und die Legende vom modernen Künstler, Berlin: Dietrich Reimer Verlag 2007; bespr.: Rachel Esner in: sehepunkte 8 (2008), Nr. 6 [15.06.2008], URL: http://www.sehepunkte.de/2008/06/13203.html

Barbara Kuhn (Hg.): Selbst-Bild und Selbst-Bilder. Autoporträt und Zeit in Literatur, Kunst und Philosophie, Paderborn: Wilhelm Fink Verlag 2016

Gottfried Boehm, Orlando Budelacci, Maria Giuseppina Di Monte, Michael Renner (Hg.):Gesicht und Identität Face and Identity, Paderborn: Wilhelm Fink Verlag 2014

Martina Weinhart: Selbstbild ohne Selbst - Dekonstruktion eines Genres in der zeitgenössischen Kunst, Berlin: Dietrich Reimer Verlag 2003

Kataloge der angegebenen Ausstellungen in Wuppertal (von der Heydt-Museum) und Bielefeld (Kunsthalle Bielefeld)

 

SoSe 2018

Aktives Sehen. Sensomotorik in der Kunst der Moderne

Active viewing. Sensorimotor perception in modern art

Seminar

donnerstags, 14:00 – 16:00 Uhr

Seminarraum 1

Beginn: 19.04.2018 

Seminarraum 1

Es können TN und LN erworben werden.

Eine Einführung in den aktiven Umgang mit der Kunst der Moderne. Mehrere Seminarstunden finden im LWL-Museum vor den Originalen statt.

Beim traditionellen Gemälde richtete sich der Betrachter frontal auf eine optische Erscheinung. Sie wurde durch einen Rahmen vom realen Raum abgetrennt. In der Moderne wird die starre Frontalität durch vielfältig bewegte Einstellungen des Betrachters ersetzt, die sich auch mit Impulsen körperlicher Aktivität verbinden.

Die Vorlesung bietet eine Einführung in Prozesse „aktiven“ Sehens, die von modernen Werken hervorgerufen werden. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts spricht man von einem „tastenden Sehen“. In den geschwungenen Linien des Jugendstils verfolgt man „dynamogene“ und „inhibitorische“ Kräfte, die der Betrachter durch „Einfühlung“ mitvollzieht. Im Expressionismus, Kubismus und Futurismus „wandert“ und stürzt der Blick durch polyfokale Räume. August Macke und Paul Klee beschäftigten sich mit Bewegungen des Augapfels und der wandernden Aufmerksamkeit und griffen Anregungen der damaligen Wahrnehmungspsychologie auf. Die Grenzen zu Tanz, Film und Musik wurden fließend.

Auch im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts wirken in der bildenden Kunst visuelle Eindrücke mit körperlich-motorischen Impulsen zusammen – etwa bei Matisse, Duchamp, Hans Hofmann („push and pull“), Jackson Pollock oder Frank Stella. Die Formen „steigen“ aus dem flachen Bild in den realen Raum „aus“. Der Betrachter bewegt sich zwischen Objekten und Installationen. Minimal und Concept Art gehen bruchlos in die Kunst der Performance über. Entsprechend bestätigen Neurologie und Psychologie die engen Verbindungen zwischen Sehen und körperlicher Motorik. 

Erwartet wird eine aktive Beteiligung an den Gesprächen. Grundlage für  einen kleinen Leistungsschein ist die Nachbearbeitung einer Doppelstunde. Für einen großen Leistungsnachweis sollten 2–3 Werke (aus der PPP oder von den Exkursionen) nach eigener Wahl (in Absprache) verglichen werden. 

Literatur:

Erich Franz (Hg.): Freiheit der Linie. Von Obrist und dem Jugendstil zu Marc, Klee und Kirchner, Bönen: Kettler 2007; Rezension: http://www.sehepunkte.de/2008/07/14639.html

Jonathan Crary: Aufmerksamkeit. Wahrnehmung und moderne Kultur, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2002; Rezension: https://arthist.net/reviews/199

Gottfried Boehm: Die Sichtbarkeit der Zeit, Studien zum Bild in der Moderne, hg. von Ralph Ubl, Paderborn: Wilhelm Fink 2017

Braungart, Georg: Leibhafter Sinn. Der andere Diskurs der Moderne. (= Studien zur deutschen Literatur. Bd. 130). Tübingen: Niemeyer 1995

Günther Kebeck: Bild und Betrachter. Auf der Suche nach Eindeutigkeit. Regensburg: Schnell & Steiner 2006

Heinrich Wölfflin: Kunstgeschichtliche Grundbegriffe. Das Problem der Stilentwicklung in der neueren Kunst. München: Bruckmann 1915

 

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